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Miwa Harimoto: „Ich habe mir vorgestellt, wie es sich anfühlen würde, wenn ich gewinnen könnte, und welche Aussicht sich dann vor mir auftun würde.“

Miwa Harimoto: „Ich habe mir vorgestellt, wie es sich anfühlen würde, wenn ich gewinnen könnte, und welche Aussicht sich dann vor mir auftun würde.“

Dieses Interview wurde unmittelbar nach Miwa Harimotos erstem Titelgewinn bei den All-Japanischen Tischtennismeisterschaften im Januar 2026 geführt. Für japanische Tischtennisspielerinnen und -spieler ist die „All-Japanischen Tischtennismeisterschaften“ (All Japan) eine besondere Bühne. Sie blicken auf eine lange Geschichte seit 1936 zurück und sind weit mehr als nur eine nationale Meisterschaft; sie sind auch ein Kampf um den Stolz als Player. Den „Ranking Players“, die es ins Achtelfinale schaffen, wird Anerkennung zuteil, und wer den Thron besteigt, erhält mit dem Tennō Cup und dem Kōgō Cup die höchste Ehre. Nach ihrem ersten Titelgewinn 2026 ging Harimoto mit neuem Selbstvertrauen in die Weltmeisterschaften im April. Schon vor Beginn des Turniers stellte sie sich vor, wie sie in der Mitte des Courts den Kōgō Cup in den Händen hält. Bei ihrem dritten Finale holte sie sich endlich den Titel der All-Japan-Champions. Wie gelang es der 17-jährigen neuen Königin, Druck und Unsicherheit zu überwinden und an die Spitze zu gelangen? Aus ihren Worten rückt der Kern der Victory näher.

FOTO Takeshi Nara

◆ Harimoto Miwa
Geboren am 16. Juni 2008, aus der Präfektur Miyagi. Mit zwei Jahren griff sie wegen des Einflusses ihrer Eltern, beide ehemalige Vertreter Chinas, zum Racket. In ihrer Grundschulzeit gewann sie bei den All-Japan-Meisterschaften die U12, U10 und

U8; in der ersten Klasse der Mittelschule gewann sie die nationale Mittelschulmeisterschaft. Bei den Weltjugendmeisterschaften 2021 holte sie in der U15 vier Titel. Bei ihrem ersten Olympiaeinsatz in Paris gewann sie mit der Damenmannschaft die Silbermedaille. Neben ihrem ersten Einzel-Titel bei den All-Japan-Meisterschaften 2026 gewann sie auch vier Titel in Junior, Damen-Doppel und Mixed Doubles. Weltrangliste: Platz 4 (Stand: Juni 2026)

„Ehrlich gesagt, das letzte Game war zum ersten Mal in meinem Leben ein Flow-Zustand. So viele Topspins habe ich in keinem Match zuvor geschlagen.“

Dass sich der Zeitmesser in der Tokyo Metropolitan Gymnasium damals beinahe angefühlt habe, als wäre er stehen geblieben, war keineswegs eine Täuschung.

Im Damen-Einzel-Final, im sechsten Game. Während sie die Königin Hina Hayata bis auf einen Punkt herangetrieben hatte, glitt ihr die Victory aus den Händen. Auf der Bank kurz darauf riss bei Miwa Harimoto der Faden ihres Denkens abrupt ab.

In dieser Extremsituation, in der es kein Zurück mehr gab, legte die 17-Jährige das „Nachdenken“ ab. In dem Moment, in dem ihr instinktiv geschlagener Forehand topspin die Linie traf, verwandelte sich ihre Verwirrung in den „Flow-Zustand“.

Die neu erwachte Königin blickte zusammen mit dem Gewicht des Kōgō Cup auf die „neue Landschaft“, die sich ihr eröffnete. Was genau dahintersteckt, rückt nun in den Fokus.

●─ Wenn Sie auf dieses Turnier zurückblicken, in dem Sie im Damen-Einzel erstmals gewonnen und bei den Junioren Ihren vierten Titel in Folge geholt haben: Was für ein Turnier war das für Sie?

Miwa Harimoto (im Folgenden: Miwa) Schon bevor die All Japan begonnen haben, habe ich mir mehrere Bilder vorgestellt: wie ich auf dem Court den Kōgō Cup in den Händen halte oder wie ich selbst gewinne. Damit das Wirklichkeit wird, war mein Gefühl ganz stark: „Ich muss gewinnen.“ Dass es dann tatsächlich geklappt hat, erfüllt mich einfach mit großer Freude.

●─ Gab es letztes Jahr kein Bild von Ihnen mit dem Kōgō Cup?

Miwa Nein, überhaupt nicht.

●─ Bedeutet das, dass Sie diesmal viel Selbstvertrauen hatten?

Miwa Nein, ich hatte nicht das Gefühl, besonders viel Selbstvertrauen zu haben. Aber dieses Jahr wollte ich unbedingt gewinnen. Deshalb habe ich mir vorgestellt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich tatsächlich den Titel hole, und welche Landschaft sich dann vor mir ausbreiten würde. Ich dachte, dass die Aussicht vor mir bestimmt etwas Unglaubliches sein würde, und dass ich mich sehr freuen würde, dort den Kōgō Cup zu bekommen. Solche Bilder hatte ich im Kopf.

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