Interview mit den Lebrun-Brüdern
Alexis LEBRUN [FRANCE]
Weltranglistenplatz 14, Medaillengewinner der Olympischen Spiele in Paris, Europameister
Felix LEBRUN [FRANCE]
Weltranglistenplatz 4, Medaillengewinner der Olympischen Spiele in Paris
*Stand: 10. Juni 2026
Der Ort, an dem Spieler und Trainer aus aller Welt derzeit hinreisen möchten, ist Montpellier in Frankreich.Dort gibt es einen Trainingsort, an dem die Lebrun-Brüder ihre Kreativität schärfen. Die Brüder erklärten die Essenz des Trainings der Lebruns und ihre Denkweise. Was sich aus dem Interview mit den Lebrun-Brüdern herauslesen lässt, ist eben jene „Französische Revolution“.<Interview, Dezember 2024>
Photo Manabu Nakagawa / Remy Gros ITTF
Alexis Lebrun
Geboren am 27. August 2003, aus Montpellier, Frankreich. Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb der Weltmeisterschaften 2024, Bronzemedaille im Männer-Mannschaftswettbewerb der Olympischen Spiele in Paris, Sieger im Herren-Einzel und -Doppel bei den Europameisterschaften, Sieger im Herren-Doppel bei den WTT Finals Fukuoka, Weltranglistenplatz 12 (Stand: 10. Juni 2026), spielt für den Montpellier Tennis de Table Club
Felix Lebrun
Geboren am 12. September 2006, aus Montpellier, Frankreich. Sieger im Männer-Einzel bei den European Games 2023, Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb der Weltmeisterschaften 2024, Bronzemedaille im Männer-Einzel und -Mannschaftswettbewerb der Olympischen Spiele in Paris, Sieger bei den WTT Champions Montpellier, Sieger im Herren-Doppel bei den WTT Finals Fukuoka, Weltranglistenplatz 4 (Stand: 10. Juni 2026), spielt für den Montpellier Tennis de Table Club
Nach den Olympischen Spielen erlebte Tischtennis einen explosiven Aufschwung, und es fühlte sich an, als hätte sich unser Leben völlig verändert – Alexis
● Nach den Olympischen Spielen soll es in Frankreich einen Tischtennis-Boom geben. Man hört, dass ihr ins Premierministeramt eingeladen wurdet, im Fernsehen aufgetreten seid, Interviews für Zeitungen gegeben habt und zahlreiche Feiern zu euren Ehren stattfanden – also ziemlich viel Trubel haha.
Alexis Lebrun (im Folgenden AL)Nach den Olympischen Spielen erlebte Tischtennis einen explosiven Aufschwung, und es fühlte sich an, als hätte sich unser Leben völlig verändert. Bei den Feierveranstaltungen ist es ein unbeschreibliches Gefühl, wenn einen überall rund 8000 Menschen gemeinsam feiern. Wir genießen es und teilen unsere Freude mit allen.
Vielleicht werden wir diesen Moment nie wieder erleben, und ich glaube, ich werde nie vergessen, dass wir dieses bewegende Erlebnis mit diesem großartigen Team teilen durften.
Felix Lebrun (im Folgenden FL)Alles, was nach den Olympischen Spielen passierte, war einfach nur überraschend. In Frankreich wurde Tischtennis plötzlich populär, und jetzt genießen viele Menschen Tischtennis. Nicht nur die Olympischen Spiele selbst, sondern auch die Vorbereitungszeit davor und die Monate danach waren großartig. Deshalb erinnere ich mich eher an das, was wir nach den Spielen erlebt haben, und an den Austausch mit vielen Fans, als an die Matches selbst. So fühlt sich Olympia an.
● Wenn man bei den Olympischen Spielen so viele Matches bestreitet, sind die Spieler körperlich völlig erschöpft, und manche geraten sogar in einen Zustand wie ein Burnout. Aber auch nach den Olympischen Spielen gewann Alexis die Europameisterschaften, und Felix siegte in Montpellier bei den WTT. Es scheint, als hättet ihr die olympische Dynamik direkt mitgenommen. Woher kommt diese Energie?
ALWir sind eben noch jung haha. Unsere Motivation ist immer noch sehr hoch. Nach den Olympischen Spielen haben wir eine längere Pause gemacht, und das hat uns geholfen, neue Energie zu tanken. Nach der Pause haben wir uns vorgenommen: „Bei den Europameisterschaften und in Montpellier wollen wir in Topform spielen.“ Und genau das ist uns gelungen.
Natürlich waren wir müde, aber es war wirklich großartig, das geschafft zu haben. Der Höhepunkt von 2024 waren nicht nur die Olympischen Spiele. Ich denke, wir konnten die Anstrengungen des ganzen Jahres als bleibende Erinnerung festhalten.
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