Es gibt die Theorie, dass die Karriere eines Top-Athleten 20 Jahre dauert. Gilt das auch für Top-Tischtennisspieler?
Was Tischtennis von anderen Sportarten unterscheidet, ist die enorme Zahl an Spielern, die schon im Kindergarten oder in den unteren Klassen der Grundschule mit dem Sport beginnen. Dass der Japanische Tischtennisverband Wettbewerbe für jüngere Altersklassen eingerichtet hat, um früh Talente zu entdecken, war zweifellos einer der Faktoren, die die Stärke des heutigen „Tischtennis-Nippon“ stützen.
Für Spieler jedoch, die sich schon von klein auf in einer Welt des extremen Wettkampfs bewegen, sind ein „Burnout-Syndrom“ nach dem 20. Lebensjahr und die Aufrechterhaltung der Motivation unausweichliche Themen. Noch einmal möchte ich über die Frage nachdenken, wie das „Tischtennis-Leben“ eines Spielers aussehen sollte.
Licht und Schatten der frühen Ausbildung
Der Zeitpunkt, an dem japanische Tischtennisspieler erstmals zum Schläger greifen, ist heute ausgesprochen früh. Eine Pionierrolle in dieser frühen Entwicklung spielte „Ai-chan“, also Ai Fukuhara. In den 1990er-Jahren sorgte sie als Tischtennis-Wunderkind in den Medien für Aufsehen und räumte nicht nur mit ihrer Popularität ab, sondern auch bei den All-Japan-Titeln von Bambini bis zu den Erwachsenen. Das war nicht nur ihrem Talent zu verdanken, sondern auch ihrer kontinuierlichen Anstrengung und den Rahmenbedingungen, etwa der Unterstützung durch einen festen Trainer.
Sie wurde zu einem Vorbild, und Mima Ito, Miu Hirano und andere bauten von klein auf regelmäßiges und kontinuierliches Training auf, glänzten im Inland und traten bereits in jungen Teenagerjahren auf die internationale Bühne. Auf diese Weise wurde dies gewissermaßen zu einem Modell für Japans Förderungssystem. Später folgten auch die Geschwister Tomokazu Harimoto und Miwa Harimoto.
In der Welt des Sports gibt es einen Zeitraum, der als „Golden Age“ bezeichnet wird. Es heißt, dass sich das Nervensystem des Menschen bis zum Alter von 5 bis 8 Jahren zu 80 Prozent und bis zum Alter von 9 bis 12 Jahren vollständig zu 100 Prozent entwickelt. Auf dieser Theorie basierend lässt sich sagen, dass es vernünftig ist, mit etwa fünf Jahren mit Tischtennis zu beginnen und bis zum 12. Lebensjahr (sechste Klasse der Grundschule) das Nervensystem konsequent zu trainieren.
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