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[Leb wohl, Timo. Wir werden dich nicht vergessen] „Ich suche gerade die zweite Kapitel meines Lebens“

[Leb wohl, Timo. Wir werden dich nicht vergessen] „Ich suche gerade die zweite Kapitel meines Lebens“

„Wenn ich in der Spielstätte bin, konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf das Tischtennis-Match. Aber wenn ich weg bin, denke ich nicht an Tischtennis.“

Ein großer Tischtennis-Spieler steht kurz davor, die Bühne zu verlassen. Timo Boll, der von Deutschland hervorgebrachte Superstar wie aus einer anderen Welt. Seit dem Jahr 2000 prägte er die Welt des Tischtennis mit Brillanz und etablierte einen unverwechselbaren Spielstil. Die Olympischen Spiele in Paris im Sommer 2024 werden sein letztes internationales Turnier sein, und im Frühling 2025 wird er in der Bundesliga das Racket weglegen. Was wird Timo Boll sagen, wenn er auf sein Tischtennis-Leben zurückblickt?

Dieses Interview wurde im Dezember 2025 aufgezeichnet.

Veröffentlicht in der Februar-Ausgabe 2025 von O-KOKU, Teil 2

<Photo ITTF>

Leb wohl, Timo. Wir werden dich nicht vergessen

Weltmeisterschaften 2014 in Tokio

Ohne die Bundesliga gäbe es mich heute nicht, und auch meine Ergebnisse nicht

●— Was hat die Bundesliga in Deutschland für dich bedeutet? Seit du mit Tischtennis angefangen hast, hast du in der Liga gespielt und bist von der 3. Liga über die 2. bis in die 1. Liga aufgestiegen, oder?

Boll Mit 16 war mein Ziel, „ein guter Bundesliga-Spieler zu werden“. Ein sehr durchschnittliches Ziel, oder? Und dann dachte ich: „Höre ich vielleicht mit 29 mit dem Tischtennis auf?“ Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange spielen würde.

 Ohne die Bundesliga gäbe es mich heute nicht, und auch meine Ergebnisse nicht. Schon als Kind war es enorm wichtig, in der Liga Matches zu spielen. Am Wochenende ein oder zwei Matches, und zwischen den Matches viel trainieren. Das war das feste Muster. Es gab nicht so viele Matches, aber das Wochenende mit einem Match am Samstag oder Sonntag, gutem Training zwischen den Matches und dann dem nächsten Wochenende – das fühlte sich wie ein kurzer Zyklus an.

 Wenn ich die heutigen Spieler sehe, habe ich wirklich das Gefühl, dass sie keine Zeit zum Training haben. Sie spielen bei WTT, kommen zurück, gehen direkt in die Bundesliga, spielen ein Match, trainieren ein- oder zweimal und reisen dann schon wieder zum nächsten Turnier.

 Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie nur Anpassungen zur Vorbereitung machen und wenig Training, um stärker zu werden. Als ich Junior war, hieß es zum Beispiel: „Dein Backhand ist nicht gut, also lass uns drei Wochen lang den Schwerpunkt auf Backhand-Training legen.“ An den Wochenenden spielten wir ein oder zwei Matches, und den Rest der Zeit konnten wir gezielt an unserem Spiel arbeiten. Aber heute gibt es meiner Meinung nach zu viele Matches.

●— Was ist Professionalität?

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