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„Verlierer machen sinnloses Training“ Jun Mizutani, Kapitel 3: Die Abnormität des Champions

„Verlierer machen sinnloses Training“ Jun Mizutani, Kapitel 3: Die Abnormität des Champions

BUCH
Aus „Verlierer machen sinnloses Training“ von Olympiasieger Jun Mizutani

2002 begann das japanische Herrenteam, das bis dahin in einer Phase der Stagnation gewesen war, mit Reformen.
Zwei vielversprechende Nachwuchsspieler, Ryosuke Sakamoto und Seiya Kishikawa, wurden zu Borussia Düsseldorf nach Deutschland geschickt, um unter Mario Amizic zu trainieren. Ein Jahr später machte sich Jun Mizutani ihnen gleichsam auf den Weg nach Düsseldorf hinterher.

Kapitel 3: Die Abnormität des Champions

Die Persönlichkeit der Menschen, die gewinnen, ist anders als die der anderen. Nur wer eine Persönlichkeit zum Gewinnen – eine Abnormität – hat, kann Champion werden

Was ist die Abnormität, die ein Champion besitzt? Es ist die „Persönlichkeit zum Gewinnen“ – genau das ist diese „Abnormität“

Starke Spieler, Champions, sind „Außenseiter“. Das klingt drastisch, aber man kann auch sagen: Menschen mit „Abnormität“. Gemeint ist das nicht im negativen Sinn. Auch im Englischen sagt man manchmal: „Der ist crazy.“ Das bedeutet nicht nur etwas Schlechtes, sondern bezeichnet jemanden, der anders denkt und handelt als andere, oder jemanden mit einer außergewöhnlichen Besessenheit. Oder eben jemanden mit einer herausragenden Abnormität.

Bewusste Außenseiter sind stark. Nur wenn man als Spieler bis in diesen Bereich vordringt, kann man dann nicht an die Spitze Japans und der Welt gelangen? Um auf der großen Bühne zu gewinnen, muss man Dinge tun, die anders sind als die anderen, und dabei geht man Risiken ein. Sich von anderen abzusetzen bedeutet für mich, ob man bis zur Abnormität am Punkt festhalten kann.

Wenn man nicht den Anweisungen des Trainers folgt, eine andere Meinung vertritt und seinen eigenen Weg geht, ist man eine Minderheit, also fühlt es sich unangenehm an, und man gerät leichter in die Kritik. Genau so ist es in Japan: Der herausragende Nagel wird eingeschlagen. Doch Champions sind hervorstehende Nägel. Gerade weil sie immer wieder geschlagen werden und trotzdem weiter hervorstehen, werden sie doch zu Champions, oder nicht?

„Abnormität“ lässt sich im positiven Sinn mit dem Wort „Persönlichkeit“ umschreiben. Jeder hat Persönlichkeit, aber die Persönlichkeit der Menschen, die gewinnen, ist anders als die der anderen. Nur wer eine Persönlichkeit zum Gewinnen – eine Abnormität – hat, kann Champion werden.

Ich glaube nicht, dass ich von Geburt an diese Abnormität zum Gewinnen hatte, sondern dass ich sie mir für das Gewinnen angeeignet habe. Ohne abnorm zu werden, kommt man weder an die Weltspitze noch auf den Gipfel in Japan.

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