BOOK
Aus dem Buch „負ける人は無駄な練習をする“ von Olympiasieger Jun Mizutani
2002 begann das japanische Herrentischtennis, das bis dahin in einer Schwächephase gewesen war, mit Reformen.
Die zwei vielversprechenden Nachwuchsspieler Ryosuke Sakamoto und Seiya Kishikawa wurden zum deutschen Verein „Borussia Düsseldorf“ geschickt, wo sie unter Mario Amizic trainierten. Ein Jahr später ging Jun Mizutani ihnen gleichsam hinterher nach Düsseldorf.
Profil Jun Mizutani
みずたに・じゅん
Geboren am 9. Juni 1989, aus Präfektur Shizuoka. Er gewann bei den Alljapanischen Meisterschaften alle Altersklassen-Disziplinen (wie U12) und stand später auch im Juniorenbereich (U17) ganz oben. Außerdem errang er bei den allgemeinen Wettbewerben der „Alljapanischen Tischtennismeisterschaften“, die auf eine über 90-jährige Tradition zurückblicken, einen beispiellosen Rekord von insgesamt zehn Titeln. Er nahm von den Olympischen Spielen 2008 in Peking an viermal in Folge teil. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio gewann er Bronze im Einzel und Silber mit der Mannschaft, bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio holte er Gold im Mixed Doubles und Bronze mit der Mannschaft. Er gilt als einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des japanischen Tischtennisses. Heute ist er als Kommentator im Fernsehen und anderswo aktiv.
Kapitel 1: „Training, das im Match lebt“, und „unnützes Training“
„Training zur Schulung der Vorhersagefähigkeit“ bedeutet, „im Training Situationen zu schaffen, die man selbst nicht vorhersagen kann“
Als ich nach Deutschland ging und dachte, es würde locker werden, waren alle wie Herr Yoshida
Im Training an der Aomori-Yamada habe ich immer an meine Grenzen gegangen. Eigentlich bin ich von Natur aus faul und jemand, der beim Training leicht nachlässt, aber vor Herrn Yoshida konnte ich das nicht. Gleichzeitig merkte ich, dass ich, wenn ich unter Druck gerate, doch zu solchen Leistungen fähig bin. Damals war das Training hart und anstrengend, aber weil ich es geschafft habe, diese Phase zu überstehen, konnte ich wohl in der Alljapanischen Meisterschaft im zweiten Oberschuljahr gewinnen.
Als ich in der zweiten Mittelschulklasse nach Deutschland ging, dachte ich, dass ich mich ohne Herrn Yoshida freier entfalten könnte, aber so war es überhaupt nicht.
Beim Training bei „Borussia Düsseldorf“ in Deutschland waren alle Gegner stärker als ich und älter, und wenn ich einen Fehler machte, sahen sie mich unverhohlen an, als wollten sie sagen: „Warum machst du so einen Fehler?“ Dadurch wurde daraus Angst und Spannungsgefühl. Mit anderen Worten: Alle Gegner erscheinen einem wie Herr Yoshida.
Deshalb wollte ich meine Stärke zeigen. Wenn der Gegner mich als stark anerkennt, fordert er mich im Training heraus, also habe auch ich mich bemüht, damit der Gegner mich anerkennt.
*„Borussia Düsseldorf“ = einer der führenden europäischen Vereine der 1. Bundesliga in Deutschland. Dort spielten bereits der erste Profi Koji Matsushita, Ryosuke Sakamoto, Seiya Kishikawa und Jun Mizutani.
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